Einladung zur Diskussion der Kirchenverfassung


Reale Mitwirkungmöglichkeit oder Placebo?

Das ist doch mal eine freundliche „Mitteilung“ (G 17/2017): eine Einladung zur Diskussion über die zukünftige Gestaltung unserer Kirche. Ein Meilenstein in der Geschichte unserer Landeskirche, vermute ich. Jedenfalls kann ich mich nicht erinnern, in den zurückliegenden 20 Jahren als Pastor auch nur einmal um meine Meinung zu Angelegenheiten, die die gesamte Kirche betreffen, gefragt worden zu sein. Aber es ist nie zu spät.

Nun also sind wir u.a. auf Kirchenkreisebene zur Diskussion eingeladen und dürfen sogar VertreterInnen zu einer Tagung im März 2018 entsenden. Genauer: der Verfassungsausschuss der Synode lädt dazu ein. Grund: Unsere Landeskirche soll eine neue Verfassung bekommen. Diese soll „neue Gestaltungsspielräume eröffnen und neue Entwicklungen für das kirchliche Leben ermöglichen“. Das klingt zunächst einmal gut. Andererseits aber frage ich mich: War oder ist die alte und noch gültige Verfassung von 1965 denn so „vom Teufel“, dass sie bisher alles Gute verhindert hätte?

Schon im Jahr 2015 hat die Landessynode eine Reform der Verfassung beschlossen. (das wussten Sie natürlich längst…) Zunächst hieß es allerdings noch von höchster kirchenleitender Ebene, es gehe nur um ein paar sprachliche Glättungen, gendergerecht und so – tatsächlich aber geht es wohl um wesentlich mehr.

In Artikel 54 der Verfassung heißt es: „Das Amt des Superintendenten ist mit einer bestimmten Pfarrstelle verbunden.“ Da scheinen die in den letzten Jahren auf minimale 0,25 oder 0,15 reduzierten Pfarrstellenanteile der Superintendenturen schon eine ziemliche Dehnung des verfassungsgemäßen Spielraums zu sein. Null Stellenanteile (auch das gibt es bekanntlich) sind dagegen ein glatter Verfassungsbruch. Im Staat würde das umgehend die Opposition auf den Plan rufen und zu einer Klage vor dem Verfassungsgericht führen. Nicht so in der Kirche: Da gibt es nur Schwestern und Brüder. Und Papier, das bekanntlich sehr geduldig ist. Mit einer entsprechenden Änderung könnte man zumindest posthum alles „glatt ziehen“ und evtl. gar noch weitere gravierende Veränderungen einleiten.

Ich frage mich: Wie ergebnisoffen wird dieser Diskussionsprozess sein? Seit über 25 Jahren wird unsere Kirche von oben, ohne breiten Diskussionsprozess tief greifend umgebaut: Aktenstück 98, die sog. „Stärkung der mittleren Ebene“, dann das EKD-Papier „Kirche der Freiheit“, viele Einsparmaßnahmen und damit verbundene Gemeindefusionen und Stellenkürzungen, die Aufwertung des Kirchenkreises und gar der EKD als „Kirche“ – all das waren und sind entscheidende Weichenstellungen in Richtung eines Religionskonzerns, der seine Gemeinden, längst zu Filialen herabgestuft, topdown leitet. So wie es uns die Wirtschaft vormacht.

Wird also die neue Verfassung diese Entwicklung nun auch noch posthum absegnen, pseudodemokratisch legitimieren und sogar verstärken? Oder bietet sie wirklich die Chance, notwendige Korrekturen einzuleiten? Ich gebe die Hoffnung – trotz mancher Enttäuschungen - nicht auf. Es geht um viel mehr als nur einzelne Artikel und Formulierungen. Bitte bringen Sie sich vor Ort und trotz alltäglicher Arbeitsbelastung ein in diese wichtige Diskussion!

Thomas Arens, Mitglied im PA, Esens


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